Die freie Trauung

Bild: Brautpaar geht bei freier Trauung an Gästen vorbeiViele Brautpaare wünschen sich ein individuelle Form der Trauung, einen festlichen Akt, der ihr Leben, ihre persönlichen Vorstellung und ihre Gefühle widerspiegelt. Dann kann die freie Trauung genau das richtige sein!

Plant eine freie Zeremonie an eurem Lieblingsort

Die gute Botschaft ist: Eine freie Trauung kann man überall abhalten. Am See, auf einer Obstwiese, in einer alten Burg, auf dem Berg oder im Wald: Alles ist möglich, wenn ihr in eure Planung die Zahl der Gäste miteinbezogen habt. Für das Brautpaar geht es darum, einen Ort zu finden, an dem es sich wohlfühlt. Vielleicht wandert ihr gerne und möchtet deswegen auf einem Bergplateau heiraten? Manch einer möchte diese einzigartigen Momente an einem ausgefallenen Ort verbringen. Auf einer Insel oder in einer Burg heiraten, warum nicht? Auch Zuhause lässt sich eine freie Trauung organisieren, vorausgesetzt, man hat genügend Platz und Sitzgelegenheiten für seine Gäste. Stellt euch die Fragen: Passt die Location, die Wiese oder der Sandstrand zu uns und dem Stil, in dem wir heiraten wollen?

Was ist eine freie Trauung?

Bei der freien Trauung bestimmt das Brautpaar Inhalt und Ablauf der festlichen Zeremonie selbst. Anders als bei der katholischen oder evangelischen Kirche gibt es keine Rituale, Gebete oder Formeln, die gesprochen werden müssen. Auf den Ringtausch sowie einen Redner oder eine Rednerin verzichtet man bei der freien Trauung nicht. Nur sind Inhalt und Ablauf der Zeremonie nicht vorgegeben. Anders ausgedrückt: Ihr gestaltet eure freie Trauung mit Ringübergabe individuell. Dafür holt ihr euch am besten einen „Experten“ an die Seite. Das kann ein freier Theologe, ein ausgebildeter Redner oder auch ein vertrauter Freund sein, der vor Publikum gut sprechen kann. In der Regel wird man jedoch auf Fachleute zurückgreifen, die man empfohlen bekommt oder über einschlägige Internetportale findet.

Unterschied zwischen klassischen Theologen und freien Rednern

Ein freier Theologe hat klassische Theologie studiert und vielleicht einige Jahre als Pfarrer in der Kirche gearbeitet. Aus unterschiedlichen Gründen hat er sich entschlossen, seinen Berufsweg individueller zu gestalten und bietet euch als freier Redner eine Trauung an, die entweder religiös fundiert oder humanistisch orientiert ist. Daneben gibt es auch freie Redner, die ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert haben, gut vor Publikum sprechen können und leidenschaftlich gerne schreiben. Ihr rhetorisches Talent haben sie durch Fortbildungen vertieft und stehen Brautpaaren als professionelle Partner zur Seite, um die Trauung nach dem persönlichem Geschmack zu gestalten. Viele Redner schmücken ihre Reden mit philosophischen, weltanschaulichen oder religiösen Zitaten. Je nach Wunsch werden auch Gebete oder Segenswünsche in die Zeremonie mit aufgenommen. Sensibilität für die Anliegen des Brautpaares ist wichtig. In jedem Fall gestalten freie Redner ihre Rede mit viel Engagement und Fingerspitzengefühl. Im Mittelpunkt steht die Liebe, die das Brautpaar verbindet. Da jedes Paar andere Schwerpunkte setzt und unterschiedliche Wünsche hat, wird kein Text und keine Zeremonie einer anderen Feier gleichen.

Wie ist der Ablauf einer freien Trauung?

Anders als bei einer kirchlichen Trauung ist bei einer individuellen Trauung kein Ablauf vorgegeben. Das Brautpaar entscheidet bei jedem einzelnen Schritt mit. Jeder Redner wird im Vorfeld mit dem Brautpaar persönliche Gespräche führen, Tipps geben und Vorschläge machen, wie man die einzelnen Programmpunkte gut miteinander verbinden kann. Ob große Veranstaltung mit vielen Gästen oder intime Feier im kleinen Kreis: Eine freie Trauung ist immer einzigartig und individuell auf die beiden Eheleute zugeschnitten. Rituale gehören bei der freien Zeremonie ebenfalls dazu, beispielsweise Ringtausch und Eheversprechen. Die Brautleute entscheiden, ob sie ein schlichtes, flippiges, traditionelles oder einfach nur festliches Ambiente wünschen. Das Brautpaar steht nicht vor einem herkömmlichen Kirchenaltar, jedoch lässt sich ein festlich geschmückter Tisch oder eine lange Tafel in freier Natur, in einer Burg oder im Garten ebenso als „Altar“ nutzen.

Wo und wann findet eine freie Zeremonie statt?

Auch dafür gibt es keine Einschränkung. Häufig entscheiden sich Brautpaare für Orte, die ihnen persönlich wichtig sind, für Orte, an denen sie sich wohlfühlen oder die einen Bezug zum zukünftigen Ehepaar haben. Es kann aber auch sein, dass man eine besondere Location oder einen romantischen Ort auswählt, um seinem Fest einen außergewöhnlichen Rahmen zu geben. Dasselbe gilt für die Uhrzeit: Ob Trauung im ersten Sonnenlicht, zur Mittagszeit oder um Mitternacht bleibt Ihrer Fantasie und persönlichen Vorliebe überlassen. Ihr wollt nicht nach kirchlichem Ritus, aber in einer Kapelle feiern? Auch das ist mit einem freien Redner oder einer freien Rednerin möglich. Häufig liegen Kapellen wunderschön auf einer Anhöhe mit Blick über sanfte Hügel, Felder oder einen See. Aufgrund ihrer Größe verliert sich die Hochzeitsgesellschaft nicht wie in einer großen Kirche. Der intime Rahmen und die schöne Ausstattung einer alten Kapelle unterstreichen außerdem den festlichen Charakter einer individuellen Trauung.

Wichtige Fragen

Häufig sind Paare unsicher, ob eine freie Zeremonie rechtskräftig ist. Nein, ohne standesamtliche Trauung ist eine freie Trauung nicht rechtskräftig! Wer seine Ringe jedoch erst bei der individuellen Trauung tauschen möchte, kann das machen und beim Standesamt auf den Ringtausch verzichten. Ebenso ist es möglich, zwei Mal die Ringe zu tauschen. Vielen Paaren stellt sich auch die Frage, ob die Religionszugehörigkeit eine Rolle spielt. Kurz und knapp gesagt: nein! Wer sich frei trauen lässt, kann religiös ungebunden, christlich, weltanschaulich oder atheistisch orientiert sein. Gerade deswegen ist diese Form der Trauung für viele Menschen eine echte Alternative zu einer evangelischen oder katholischen Trauung. Beunruhigend ist für Paare auch die Vorstellung, ihr freier Redner könnte plötzlich erkranken. Was dann? In der Regel arbeiten freie Redner im Team oder kennen Kollegen, die sie im Ernstfall ersetzen. Auch wenn man nicht von diesem Ernstfall ausgehen muss: Sollte wirklich etwas Gravierendes passieren, wird euer Redner mit euch gemeinsam einen Ausweg finden.

Zusammenfassung: Von der Planung bis zu den Kosten

Wie jede Hochzeit wird auch eine freie Trauungszeremonie mit einigem Vorlauf geplant. In persönlichen Gesprächen mit dem Hochzeitsredner oder über Skype besprecht ihr zunächst Inhalt und Rahmen der Zeremonie. Ihr erzählt über euch, eure Wünsche, Höhepunkte in eurem Leben oder wie ihr euch kennengelernt habt. Während der gesamten Vorbereitungszeit gestaltet das Paar per Mail oder Telefongespräch die Ausarbeitung der Rede und den Ablauf der Festlichkeiten mit. Die Hochzeitsrede wird immer exklusiv und individuell ausgearbeitet. Wichtig ist, dass die Rede emotional und persönlich auf das Brautpaar abgestimmt ist. Ebenso können Gebete, Zitate, kleine Anekdoten, Musikstücke, symbolische Rituale oder Ansprachen von Familienangehörigen mit in den Ablauf eingearbeitet werden. Der Redner oder die Rednerin steht euch auch bei der Formulierung des Eheversprechens beratend zur Seite. Ein detaillierter Ablaufplan sorgt dafür, dass Termine mit Fotografen, Musikern, Dienstleistern und Trauzeugen reibungslos über die Bühne gehen. Und wenn die Festlichkeit vorüber ist? Dann wird dem frisch gebackenen Ehepaar in der Regel eine gebundene Urkunde mit der Traurede überreicht. Zum Feiern bleibt man entweder am selben Ort oder fährt in die Hochzeitslocation zusammen mit seinen Gästen. So viel individuelle Betreuung hat ihren Preis und nach oben ist bekanntlich alles offen – aber auch bei der Hochzeitsplanung kann gespart werden. Und als Brautpaar könnt ihr euch bei einer freien Trauung auf ein in jeder Hinsicht persönliches Fes freuen!

Bildnachweis:
1: IVASHstudio/Shutterstock

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